Der Bienenturm

Stadthonig? - Turmhonig!

Seit April 2010 befinden sich im Kirchturm der Wartburgkirche mehrere Bienenstöcke, die von einem Hobbyimker betreut und gepflegt werden.

Urspr√ľnglich als Projekt f√ľr einen Sommer gedacht, sind die Behausungen der Bienenv√∂lker inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden und geh√∂ren zum Turm der Wartburgkirche hinzu. Der Bienenturm ist weithin sichtbar und ist zu einem der Wahrzeichen unserer Gemeinde geworden. Inzwischen ist die Gemeinde mit einer eigenen Imkerei ausgestattet und kann so jedes Jahr den begehrten Stadthonig - der bei uns selbstverst√§ndlich Turmhonig hei√üt - anbieten.

Die beiden LUX-Reporter Johannes und John haben sich im Sommer 2016 in unserem Bienenheim umgeschaut und einen kleinen Film gedreht:

Ziel des Projektes

Der Bienenturm der Wartburggemeinde
Der Bienenturm der Wartburggemeinde

Die Evangelische Wartburggemeinde ist in den beiden Frankfurter Stadtteilen Bornheim und Nordend gelegen und verf√ľgt neben der unter Denkmal stehenden Wartburgkirche und dem daneben gelegenen Gemeindehaus √ľber ein gro√ües Au√üengel√§nde, das mit einer Vielzahl von B√§umen, Str√§uchern und Pflanzen bewachsen ist. Mitten in der Stadt gelegen bildet dieses Gel√§nde somit eine Oase f√ľr die verschiedensten Tierarten, wie Igel und Flederm√§use,  Eichh√∂rnchen, Spechte und viele andere Vogelarten. Sogar eine Familie von Waldk√§uzchen wurde im vergangen Jahr gesichtet.

Schon lange befasst sich die Gemeinde mit dem Gedanken, das Außengelände so umzugestalten, dass diese Tiere auf Dauer eine Heimat in der Stadt finden. Die Einrichtung des "Bienenturms" ist ein erster Schritt in diese Richtung. Die Einrichtung eines "Kirchgartens", in dem die Gemeindegruppen vom Kindergarten bis zu den Senioren eigene Pflanzbeete betreuen können, ist in der Planung.

Ein j√§hrlich abgehaltener "Gottesdienst f√ľr Menschen und Tiere" reflektiert das Zusammenleben von Menschen und Tieren - und Pflanzen - theologisch. Dass Stadt und Land heute keinen Gegensatz mehr bilden m√ľssen, sondern dass die Natur auch in den St√§dten eine Heimat finden kann und schon gefunden hat, dies zu zeigen und darauf hinzuwirken ist das Anliegen dieses Projektes, der "Arche Wartburg".

Reflexion des Projektes

Vor einigen Jahren wurde in den Medien von einem gro√üen Bienensterben berichtet, das sich weltweit ausbreitete und in Nordamerika und Europa bereits die Obsternte und andere Bereiche der Landwirtschaft gef√§hrdete. Vor allem die Verwendung von Pestiziden, aber auch die auf Monokulturen ausgerichtete Landwirtschaft wurden daf√ľr verantwortlich gemacht. Das Zitat von Albert Einstein: "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Best√§ubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.‚Äú zeigt, wie schwerwiegend die Folgen dieser Entwicklung sein k√∂nnen. 

Da der Lebensraum der Bienenv√∂lker auf dem Lande offensichtlich gef√§hrdet ist, wurden seither in vielen St√§dten vor allem in Amerika und Europa  "Stadtimkereien" gegr√ľndet, um diesen Tieren, die f√ľr den Fortbestand der gesamten Natur und der Menschheit so wichtig sind, eine neue Heimat zu geben. In den St√§dten mit ihren Parks, Kleing√§rten, Friedh√∂fen und anderen Gr√ľnanlagen finden die Bienen oft mehr und bessere Nahrung als auf dem Lande, das von einigen wenigen Pflanzenarten, wie Raps oder Mais beherrscht wird.

"Stadtimkereien" sind daher ein Zeichen f√ľr das zunehmende Bewusstsein der Menschen f√ľr ihre Umwelt und f√ľr die M√∂glichkeit jedes Einzelnen f√ľr unsere Sch√∂pfung einzutreten. Unsere Kirchengemeinde nimmt mit Freude und Engagement an dieser Bewegung Anteil.